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Die Verleihung der "Silhouette" - der Synchronpreis der Fans
Am 16. März endete die Abstimmung für die "Silhouette 2008". Der unabhängige, privat finanzierte Synchron-Preis, dessen Preisträger in 18 Kategorien von interessiertem Publikum gewählt werden, erfreut sich seit 2005 zunehmender Teilnahme und Anerkennung. Ende April reisten die Organisatoren Elisabeth von Glasenapp und Helen Krüger nach Berlin, um den diesjährigen GewinnerInnen ihre Auszeichnungen zu überreichen. In den persönl ichen Gesprächen zeigten sich die Preisträger an dem Konzept der "Silhouette" ausgesprochen interessiert und betonten zugleich ihre Wertschätzung gegenüber einem von engagierten Zuschauern initiierten Preis.

Hartmut Neugebauer, der mit "Boston Legal" in der Kategorie "Bestes Dialogbuch Serie" als Sieger hervorging, lud die Organisatoren zu einem gemeinsamen Essen mit seinem Team ein.

Rolf Schult und Bettina Schön,
die Gewinner in der Kategorie "Lebenswerk", empfingen die
Preisverleiher in ihren eigenen vier Wänden. Frau Schön, die "keine halben Sachen mag" und sich deshalb vor vier Jahren vom Synchron verabschiedet
hatte, um sich ausschließlich ihrem erkrankten Mann widmen zu können, fühlt sich nach dessen Tod noch nicht dazu bereit, ins Atelier zurückzukehren. Sie hält jedoch weiterhin den Kontakt zu Kollegen aufrecht und genießt es, häufiger ins Theater zu gehen. Frau von Glasenapp war beeindruckt von der Rüstigkeit der inzwischen 82jährigen, die während ihrer Laufbahn am liebsten Maggie Smith und Ellen Burstyn synchronisiert hat. Im November beginnt die erste Nominierungsrunde für die Silhouette 2009. Weitere Informationen zu den Gewinnern der vergangenen und diesjährigen Verleihung, unter ihnen Hansi Jochmann, Gisela Fritsch, Dietmar Wunder,
Hans-Werner Bussinger,
Ghadah Al-Akel,
Axel Malzacher
oder 
Lisa Mitsching,

 finden sich auf der Seite:

www.die-silhouette.de

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Mach mir den Kalkulationslimbo - Interview mit B. Völz
1. Es sieht ja so aus, dass sich am Ende des "Falls AKTE X II" nun doch jemand gefunden hat, der David Duchovny sprechen wird... Betrachtest du Deinen Vorstoß damit automatisch als eine Niederlage?

Nein, denn es ging mir nicht um die maximale Bezahlung meiner Person, sondern um eine Standortbestimmung der Schauspieler, die vornehmlich im Synchron arbeiten und die Forderung nach einer besseren Bezahlung im gesamten Synchronbetrieb. Deswegen habe ich meine Gegenforderung auch an den Verleih und nicht an die Synchronfirma gerichtet. Was sind wir den Auftraggebern eigentlich wirklich wert? Dass sich früher oder später jemand finden würde, der die Rolle spricht, war zu vermuten. Deswegen ist Johannes Baasner auch kein Verräter, sondern ein weiteres Opfer . Wir alle werden klein gehalten, weil der Wert unserer Arbeit klein gehalten werden soll.
2. Welche Reaktionen hast du aus der Branche, von Kolleginnen und Kollegen bekommen?
Es hat mich gefreut, wie viel Solidarität doch unter den Schauspielern herrschen kann.
Viele meiner Kollegen haben sich mit mir in Verbindung gesetzt, offene Gespräche mit mir geführt und dann eine persönliche Entscheidung getroffen. Fand ich gut... An dieser Stelle möchte ich folgenden SynchronMusketieren danken:
Marcus Off
Tobias Kluckert
Oliver Feld
Torsten Michaelis
David Nathan
Viktor Neumann...u.v.a.
3. Wie sieht es bei den Produktionsfirmen aus? Gab es da Leute, die deine Initiative gutheißen?
Nein, niemand. Deutsche Synchronisationen sind im Ganzen viel zu billig. Die Produktionsleitung der Interopa hat gedacht, dass ich mich über sie lustig mache, als ich denen sagte, dass ich das eigentlich auch für sie erreichen will. Aber die möchten nicht wahrhaben, dass sie unter der Stange durchtanzen müssen und werden sich weiterhin im Kalkulation-Limbo verbiegen. Wie andere Firmen auch.
4. Hast du damit gerechnet, innerhalb der "Synchron-Fan-Gemeinde" so viel Resonanz zu erzeugen? Die haben sich ja sehr engagiert...
Man muss einen Unterschied machen zwischen "Synchron-Fangemeinde" und "AkteX-Fans". Wer sich mit der Synchronbranche auseinender setzt, hat schon verstanden, warum ich diesen Weg gegangen bin. Und warum er nötig war, und auch weiterhin ist. Die totalen XPhiles verstehen das nicht. Denen habe ich einfach in ihr Film-Glück gespuckt. Aber auch ohne meinen Beitrag wird XF2 sein Fan-Publikum finden, ist
doch klar.
5. Kannst du dir vorstellen, dass du auch Andere motiviert hast, über ihren Schatten zu springen? Oder denkst du, dass als Resultat eher ein "Da-kann-man-eben-nichts-dran-ändern!" zurückbleiben wird?
Die Dienstleistung "Synchronisation" ist in Deutschland einfach völlig unterbezahlt. Mega-Movies werden hier für 60 000 Euro oder eine Handvoll Euro mehr eingedeutscht. Die Synchron-Firmen geben sich mit 0,1 % des Produktions-Budgets zufrieden. Jedes Catering einer Premierefeier kostet mehr als die komplette deutsche Bearbeitung. Alles wird teurer - nur unsere Produktionen werden immer preiswerter. Eigentlich finde ich es traurig, dass es immer wieder wir Schauspieler sind, die alle paar Jahre versuchen, etwas daran zu verändern.
6. Du bist ja nicht Mitglied im IVS. Hast du trotzdem das Gefühl, dass sich die Existenz des Verbandes bemerkbar macht - nicht zuletzt im "Fall Akte X"?
Nein, nicht im Fall XF2
7. Was wünscht Du Dir, wie es weitergehen könnte?
Es wird sehr viel Geld mit unserer Arbeit verdient. Ich wünsche mir größere Synchron-Budgets auf Seiten der Verleiher. Ich wünsche mir von den Synchronfirmen mehr Rückgrat und weniger Limbo. Und für die synchronisierenden Schauspieler eine Agentur, die Gagen direkt mit dem Verleih verhandelt.


Die Fragen stellte Stefan Krause

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Traumberuf zum Frühstück
von Jörg Hartung

Für viele ist es gar nicht so einfach, ihren Traumberuf auszuüben. Die einen schaffen es auf Anhieb, andere erst später, aber die meisten wohl eher gar nicht. Dabei muss man doch nur im Internet suchen – oder bei Sat.1 das Frühstücksfernsehen einschalten. Dann hätten sich zumindest all jene, die sich als SynchronschauspielerIn verwirklichen wollen, ihrem langersehnten Wunsch nach ihrem Traumjob ein erhebliches Stück näher bringen können. Sat.1 und Walt Disney Studios Home Entertainment waren nämlich bis zum 30. Mai auf der Suche nach einer Synchronstimme für Tinkerbell, jener winzigen Fee aus dem Disney-Klassiker "Peter Pan", die bis dato allerdings nicht viel zu sagen hatte, weil: Sie sagt bisher nichts. Doch das soll sich nun ändern. Im November wird eine DVD mit der Geschichte von Tinkerbell erscheinen, auf der die Zuschauer sehr viel mehr über die besonderen Fähigkeiten, die Tinkerbell und ihre Freundinnen besitzen, erfahren werden, auf der erzählt wird, wie sie zum Beispiel den Wechsel der Jahreszeiten bestimmen, auf der es von Überraschungen nur so wimmeln wird. Da die kleine Fee aber, wie gesagt, noch nie
gesprochen hat, dies aber in dem Disney-Streifen nun tun wird, braucht man für die Synchronisation natürlich auch eine dazu passende Stimme. Und die hat nun The World Disney Company (Germany) GmbH (so viel Zeit muss sein) mithilfe des für solche Dinge anscheinend prädestinierten Sat.1-Frühstücks-fernsehens gesucht. Da solch ein Casting äußerst kompliziert zu sein scheint, mussten die Bewerberinnen, die mindestens 18 Jahre jung sein mussten, nur eine Telefonnummer wählen (bei schlappen 25 Cent pro Minute) und in den Hörer dann ein "Hallo, ich bin Tinkerbell aus Nimmerland. Jede Fee in Nimmerland hat eine besondere Gabe, etwas was sie gut kann und am liebsten macht. Was meine Gabe ist, versuche ich noch herauszufinden" hauchen. Und das war’s dann auch schon. Auf die Möglichkeit eines mehrmaligen, eben gebühren- pflichtigen Bewerbens wurde in den Teilnahmebedingungen natürlich ausdrücklich hinge- wiesen. Anschließend wählte eine Jury aus den Anruferinnen die Teilnehmerinnen für ein Probesprechen aus, die dann, okay, wenigstens auf Kosten von Disney Anfang Juni nach München eingeladen wurden, um dort ihre Fähigkeiten als Synchronspre- cherin zum Besten geben zu können. Im Anschluss daran ist noch ein Online-Voting erfolgt, das die frechste Feenstimme Deutschlands bestimmen sollte. Gegen das Ergebnis dieses Online-Votings hat eine Münchener Kollegin, Gaby Pietermann, die Rolle bekommen. Für die Gewinnerin könnte dieses Casting eine einmalige Möglichkeit sein, mit ihrer Stimme einer beliebten Disney-Figur Leben einzuhauchen und dadurch für immer und ewig ein Teil des zauberhaften Disney-Universums zu werden. Für die SynchronschauspielerInnen dieses Landes öffnen sich durch diese Art des Castings wenigstens neue Wege, ihrer Arbeit auch weiterhin nachgehen zu können. Vorausgesetzt natürlich, sie beteiligen sich erfolgreich an derartigen Castings. Anonym. Ohne großes Aufsehen. Wenn allerdings die Besetzung einer Synchron-Hauptrolle inzwischen schon per Telefonanruf gecastet wird, dann dauert es vermutlich auch nicht mehr lange, bis man sich für die zu besetzende Chefartzt-Stelle der gynäkologischen Station am Krankenhaus Kleinkleckersdorf auf beate-uhse.com bewerben kann. Mit Verlaub: Nichts gegen Gynäkologen!

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Aus dem Off... - Nacht(schicht)-Gedanken
Bei vergangenen Diskussionen um diverse Gagenmodelle wurde auch über so etwas wie "Nacht-Zuschläge" diskutiert. Beliebtes Gegenargument war der schlichte Satz: "Wir sind Schauspieler- (innen) und müssen ja auch abends in die Theatervor- stellung!" Das stimmt natürlich – und doch wieder nicht: Ein Theater ist abends für das Publikum geöffnet! Hell erleuchtet empfängt es die Gäste, bietet Imbiss und Getränke an, hat vielleicht eine Bar oder Kantine für "nach der Vorstellung! Bei uns hingegen sind die Abend – und Nachtschichten oft tatsächlich ein dunkles Gewerbe! Mehr oder weniger einfach gelangt man durch die noch nicht abgeschlos- senen Türen ins Atelier , findet weder Getränke noch etwas zu essen, spricht... und schleicht dann wie ein Dieb wieder aus dem Gebäude! Ist das übertrieben? Ist es gar nicht so schlimm? Vermissen wir nix, weil wir ja zuhause noch was essen können? Oder: Haben wir uns einfach daran gewöhnt? Es ist schon komisch: Kaum einer erinnert sich noch, dass die Abend- und Wochenendschichten (als Teil der "verfügbaren Arbeitszeit") erst Anfang der 90er zum Regelfall wurden. Und natürlich soll sich auch möglichst keiner erinnern, dass z.B. bei den ersten "Veranstaltungen" dieser Art leckere Häppchen, Mineralwasser, Kaffee und Kekse gereicht wurden, verbunden mit dem tiefen Dank der Firma für eine Drehzeit bis 23 Uhr! Heute bedankt sich keiner mehr! Was –nebenbei gesagt- nichts macht, weil sich ja auch kaum jemand für die in der Tagschicht geleistete Arbeit bedankt. Schließlich kriegen wir ja Geld dafür... Aber wenn Synchron-Studios heutzutage längere Öffnungszeiten haben als manche Kaufhäuser (und sogar am 1. Mai arbeiten!), dann sollten wir nicht vergessen, akzeptable Arbeitsbedingungen für alle "Schichten" zu fordern. Oder sind nachts alle CREDO-LISTEN grau? Muss ja wohl so sein: Manchmal kann man die Take-Zahlen pro Stunde nur ganz, ganz schlecht erkennen...
Good night & Good luck!

Stefan Krause

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Das EM- bzw. Sommerloch
Erst war es wochenlang irre heiß in Berlin und Umgebung. Die Temperaturen stiegen auf 30 Grad Celsius und darüber. Am Anfang war’s schön, irgendwann nur noch anstrengend und vor allem: irgendwie lähmend. Alles ging viel langsamer, freie Tage,
an denen nichts passierte, waren angenehm, eine einzige lange Siesta… Dann fing die Euro 2008 an, die Fußball-Europameister- schaft (EM). Es war zu Beginn immer noch heiß, aber jetzt kam stundenlanges Fußballgucken dazu: in der Gruppe in Gärten oder auf Dachterrassen, beim richtigen "Public Viewing" oder ganz klassisch, daheim auf’m Sofa! Jetzt ist es endlich (?) etwas kühler geworden und es regnet mal so richtig (die Gartenbesitzer freut’s!), die EM läuft immer noch und außer Fußballgucken passiert nicht wirklich viel. Es sind viele im Urlaub, vor allem die Leute mit noch nicht oder nicht mehr schulpflichtigen Kindern. Unsere Redaktion ist auch deshalb stark ausgedünnt und so ist es auch dieser Newsletter! Der IVS- Vorstand arbeitet hinter den Kulissen natürlich weiter und wir hoffen, dass wir Euch im nächsten Newsletter wieder etwas Neues von der Vorstandsarbeit berichten können! Bis dahin wünschen wir Euch einen schönen Sommer und viel Spaß beim Fußballgucken, im Urlaub, im Stadion und sonst wo und freuen uns, wenn Ihr uns über Aktuelles aus den Studios unterrichtet!

Ilona Otto (nach Diktat verreist)