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| Serien-Stopp durch Autorenstreik in den USA? | ||
| Es ist schon eine Weile her, dass der Autorenstreik in Hollywood die Medien beherrschte. Was wurde nicht alles hier zu Lande auch für die Synchronbranche prophezeit, vermutet, angenommen, vorhergesehen, gewusst. Als im November 2007 die American Writers Guild, eine Art Gewerkschaft für Film- und Fernsehautoren in den USA, mit ihren 12.000 Mitgliedern in den Streik trat, sahen schon viele von uns und vor allem natürlich die Synchronfirmen einen Großteil ihrer Geschäfte davonschwimmen. Erfolgreiche Serien wie 24, CSI, Grey’s Anatomy, Criminal Intent und Desperate Housewives waren unmittelbar vom Streik betroffen. Die Produktionen wurden eingestellt bzw. unterbrochen. Die Autoren in den USA forderten in der Hauptsache eine faire Beteiligung am Gewinn aus dem digitalen Geschäft mit DVDs und Internet-Downloads. Inzwischen ist der Streik Geschichte, die Autoren in den USA konnten Teilerfolge verbuchen und die Produktionen in den amerikanischen Filmstudios laufen wieder. Zumindest in den meisten. Denn am 1. Juni kam es in den Universal Studios in Hollywood, wo Serien wie CSI, Desperate Housewives, Scrubs, Ghost Whisperer und Heroes gedreht werden, zu einem Großbrand. Welche Auswirkungen der Brand auf diese Produktionen hatte, ist sicher schwer einzuschätzen. Aber auch aus diesem Grund kommt es auf dem deutschen Fernsehmarkt vermutlich zu spürbaren Verschiebungen oder gar Ausfällen bei der Ausstrahlung und – vorweg – der Synchronisation von neuen Serienstaffeln. Sollte man annehmen. Aber ganz so scheint dem dann doch nicht zu sein. Denn wenn man im Internet ein bisschen rumgoogelt und sich die TV-Zeitschriften genauer ansieht, dann ist die deutsche Fernsehwelt eigentlich so, wie sie schon immer war: Die eine Serie verschwindet, neue kommen hinzu. So hat zum Beispiel die Serie Scrubs den Autorenstreik schadlos überlebt, nach der 8. Staffel, die eigentlich als Finale geplant war, folgt nun sogar eine 9. Und auch Desperate Housewives bekommt eine neue, die 5. Staffel, bei der die Autoren wieder emsig daran arbeiten, den Protagonistinnen neue Männer zuzuschanzen. Schon 2007 sprach man von insgesamt 7 Staffeln, die bis mindestens 2011 produziert werden. Die Verträge mit den Hauptdarstellern seien längst unterschrieben. Und erst dann |
werden wohl endgültig die Bürgersteige in Fairview hochgeklappt. Na mal sehen. ![]() | aber schon mal weise
vorausschauend bis zur 7. Staffel unterschrieben. Also auch hier kein Ende in Sicht. ![]() |
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| Aus dem OFF | ||
| Eigentooooooor! Frage: Wann machen wir einen guten Job? Antwort: Eigentlich nie! Begründung: Sind wir zu langsam, d.h. schaffen unser Pensum nicht, haben wir’s einfach nicht drauf. Sind wir genau in der Zeit, ist das eben nur Mittelmaß. Sind wir schneller, als die Synchron-Polizei erlaubt, hat dadurch bestimmt die Qualität gelitten. Ein komischer Widerspruch: Wir sollen schnell sein (und möglichst immer noch schneller werden), aber das Ergebnis dieser Jagd durch die Dispo wird | gleichzeitig auch naserümpfend als "Fließband-Synchron" bezeichnet. Wobei natürlich große Unterschiede gemacht werden, ob es sich dabei um eine "Billig-Serie" oder "Großes Kino" handelt... Und manchmal sprechen auch wir mit gespaltener Zunge, wenn wir die immer höheren Take-Zahlen beklagen, aber dann vor Ort das Tagwerk von über 300 Takes nur mit einem lapidaren "Das schaffen wir schon!" kommentieren. Besser ist da nur noch der Appell an unsere Qualitäten, unseren Sportsgeist und – nicht zuletzt – unsere Eitelkeit: "Ihr seid doch guuuut!". Sind wir dann gut gewesen, folgt das klassische "Na also, geht doch!" So wurde und wird an der Take-Spirale gedreht – und wir drehen mit. Dass heute der Take | 777
so schnell nach dem Take 222 aufgerufen werden kann, dass wir noch nicht auf die Textseite geblättert haben, wenn er erscheint, zeigt
ja wenigstens eine kleine Grenze nach oben auf. Und vielleicht wollen wir auch mal fragen, worum es in der Szene geht, auch wenn das
schrecklich aufhält? Es ist nicht gleichbedeutend mit hoher Schauspielkunst, wenn ein Atmer (im Off) 17-mal aufgenommen wird. Aber es ist
auch nicht unsere Aufgabe als SchauspielerInnen, unsere Arbeit immer mehr als Leistungssport und unsere KollegInnen als Konkurrenten
zu betrachten. Andernfalls sollten wir beginnen, über Doping-Kontrollen nachzudenken... Stefan Krause |
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| Vorankündigungen | ||
| - Stand der Dinge im Urheberrechtsprozess - Wo stehen IVS und der BVDSP in der Sozialversicherungsproblematik - Serien zum Download im Internet | ||