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| Totengräber einer Synchron Nation? | ||
Die Bedingungen für Konzerne, die im Bereich Medien in Deutschland zukünftig Rechte
von Künstlern verwerten wollen, bleiben vielleicht nicht mehr paradiesisch, aber dennoch ausgesprochen positiv. Um mögliche
Gewinne, selbst wenn auch vielleicht am Ende 1-2 % mehr für unsere Verwertungsrechte gezahlt werden müssen, brauchen
sich Pro7, Warner, Bertelsmann & Co keine Sorgen zu machen. Allein bei den großen Filmpremieren werden die Verleiher zukünftig
wahrscheinlich tiefer in die Tasche greifen müssen, bescheren doch die in weiten Teilen drastisch gestiegenen Preise
für Grundnahrungsmittel nicht nur dem kleinen Mann auf der Straße Probleme, sondern sorgen auch für kleinere Margen der Caterer.
Es ist also davon auszugehen, dass die Buffets der Filmpremieren mit 500 bis 1.200 geladenen Gästen deutlich teurer werden.
(Schon lange kosten die Premierenfeiern ein Vielfaches der Synchronisation.) Aber trotzdem wird am Ende immer noch ein fürstlicher Gewinn stehen
und deshalb ist nicht zu befürchten, dass die Schauspieler sich in Zukunft öfter auf der
Beerdigungsfeier eines Medienkonzerns als auf den Gängen der Studios treffen. ![]() Was veranlasst also Vorstände einer großen Deutschen Synchronfirma, über den IVS zu schimpfen, ihn - sinngemäß – im Zusammenhang mit der Verwertungsrechteklage (die übrigens mit dem BVDSP abgesprochen wurde) gar zu einer Art Totengräber zu erklären??? Nun: der gleiche Mangel an Zivilcourage, unter dem auch jene Schauspieler leiden, die es bis zum heutigen Tag nicht | geschafft haben, auf den Solidaritätszug zu springen. Solidarität, die ja von eben den Studios so dringend angemahnt wird, denen sie mit ihrer Zurückhaltung einen Gefallen tun wollen. Wird doch das, Gott sei Dank, freundliche Miteinander im Studio von einigen Schauspielern im völligen Gegensatz zu wirtschaftlichen Interessen beider Parteien gesehen, anstatt es zur Durchsetzung gemeinsamer Interessen zu nutzen. Und hier haben wir auch ein Phänomen, das in unserer politischen Landschaft zu beklagen ist. Alle beteiligten Parteien wissen, dass sich etwas ändern muss, nur den Unmut des Wählers/Auftraggebers für diese nötigen Änderungen will keiner auf sich ziehen. Aber - so haben wir es von unserer Regierung und den großen Parteien gelernt - wir können uns ja hinter einer Entscheidung unserer obersten Richter in Karlsruhe verstecken. "Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass ist auch gut so, aber ich kann gar nichts dafür ..." Fast schon eine deutsche Tradition. Ohne diese Haltung weiter bewerten zu wollen, nehmen wir diesen Weg, der da aufgezeigt wird, doch als Chance für die eigenen Probleme. Die Synchronszene insgesamt sollte sich also daran erfreuen, dass es über kurz oder lang ein Gerichtsurteil geben wird, das uns allen ein bescheidenes, aber dringend benötigtes Mehr in die Kassen spült. Denn das Gericht hat ja dann entschieden, dass man Verwertungsrechte nicht mehr mit einer Einmalzahlung für alles, was an Medien existiert und in Zukunft noch erfunden wird, erhält. Die Anwälte der BSAG wissen im stillen Kämmerlein sehr wohl, dass ihr Scheitern vor Gericht am Ende ein Sieg sein wird und auch ihrem Mandanten mehr Geld beschert, wenn… Ja, wenn, was da "gemeinsam" mit dem IVS erstritten wird, dann für alle gilt! So haben sie den einzig gangbaren Weg gewählt, den das deutsche Recht zulässt, um die anderen Studios, die derzeit noch unter den von den Auftraggebern diktierten illegalen Rechteabtretungen leiden, einzubinden. Sie haben den Mitbewerben am Markt den "Streit verkündet". Das hört sich schlimmer an als es ist, können sich doch nur so hinterher alle Synchronstudios leicht hinter dem Gerichtsurteil verstecken. Auch könnte man, eventuell ..., | schon mal vorher die anderen dazu bewegen, sich an den
Anwaltskosten des Verfahrens zu beteiligen. Was, so es denn so passieren würde, einer doppelten Entlohnung gleichkäme, ist doch ein Teil der Anwälte der BSAG
auch im Vorstand der BSAG und verdient später an dem erstrittenen Mehr. Dass so verfahren wird, ist aber reine Spekulation! Soll aber der gesamte Markt
davon profitieren, ist es zwingend nötig, dass die Hausaufgaben im Bereich der in Deutschland synchronisierenden Studios noch besser gemacht werden.
Irgendwelchen Dumpingfirmen wurde der Streit augenscheinlich nicht verkündet, sondern lediglich den Mitgliedern im BVDSP. Die gehören derzeit aber eher zu
den seriösen Firmen. Verkünden muss man den Streit vor allem jenen, die es sich dann zusammen mit unsolidarischen Schauspielern im "rechtsfreien Raum"
kuschelig zu machen versuchen. Also gehören da auch noch die Studios auf die Liste, die Praktikanten auf die Position des Tonmeister setzen und ohne Cutterin
arbeiten! Itsi-Bitsi-Teeny-Weeny-Honolulu Studios und anderen darf hier kein Raum gelassen werden, hinterher durch das Gerichtsurteil einen vermeintlichen
Vorteil zu haben. Diese Studios dann im Nachhinein zu verklagen kann für die beteiligten seriösen Firmen ein gefährliches Unterfangen werden, bedenkt man die
Zeit, die vor deutschen Gerichten vergeht. So abgesichert, wird es am Ende für alle Beteiligten, sogar für die eigentlichen Verwerter , einen positiven Effekt haben. Die, die das Eigentliche generieren, was in dieser Szene von Bedeutung ist, (was am Anfang der Wertschöpfung steht: die Emotionen), werden sich leichter tun, eben diese stimmlich einzufangen und wiederzugeben. Es sind nämlich weniger Knötchen auf den Stimmbändern denn ein gewaltiger Knoten im Bauch, der bei einem Schauspieler derzeit dafür sorgt, dass er seine Arbeit nicht zu 100 % bringen kann. Das Gefühl, für etwas das einmalig ist, nicht mehr finanziell betrogen zu werden, gibt einem den Blick für das Wesentliche frei, für das man im Studio antritt: Gefühle. Es wäre eine Rückkehr zu mehr Qualität. So per Gerichtsentscheid "zwangsbeglückt", würden auch die Auftraggeber davon profitieren. Denn nicht immer die erste Aufnahme ist auch die beste... |
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| Und es geht doch! | ||
| Anfang Oktober kam von einer großen Münchner Synchronfirma die Anfrage für eine neue Zeichentrickserie. Die Takezahl für die Hauptrollen bewegte sich zwischen 1000 und 1500. Es sollte wie üblich ein Casting stattfinden. Der einzige Haken: Die Gage wäre 53/3 gewesen. Ein Angebot, das weit unter der geforderten MINDESTgage der IVS von 60/3,50 liegt. Die Wunschbesetzung der Regie lehnte ab. Diese Neuigkeit machte in München sehr schnell die Runde. Es bewies sich, dass Solidarität in München wunderbar funktioniert. Das Casting kam nicht zustande, da sich niemand fand, der bereit war , zu diesen Konditionen zu arbeiten. Am Mittwoch war Studiobeginn und am Wochenende davor gab es keine Besetzung! Die Produktionsfirma kam in Bedrängnis. Hier muss erwähnt | werden, dass
auch einige Kollegen ablehnten, die es sich nicht wirklich leisten können, auf so viel Geld einfach mal so zu verzichten,
die Familie und Verantwortung haben, für die es also nicht leicht war , "nein" zu sagen. Aber diese Kollegen wissen
auch, dass wir uns in eine Abwärtsspirale begeben, wenn wir so einfach nachgeben und solche Konditionen akzeptieren.
(Dann heißt es nämlich beim nächsten mal: Wieso? Letztes Mal hast du doch auch für die
Gage gearbeitet?) Selbst als die Takegage auf 3,25 erhöht wurde, blieben sie hart und bestanden auf ihre normale Gage.
Die Produktionsfirma befand sich also in der misslichen Lage, ohne Sprecher dazustehen. Es wurden ein 2. Casting angesetzt und weitere Sprecher angerufen. | Aber die Vernetzung funktionierte gut. Die meisten waren vorgewarnt. Leider - und das ist der Wermutstropfen
dieser Angelegenheit - aber nicht alle. Wobei, wie es scheint, zumindest die aktuelle Münchner Gage von 53/3,50 gezahlt wird.
Und das ist ein schöner Sieg. Wir können was erreichen, wenn wir zusammenstehen und uns nicht unter Wert verkaufen.
Uns sollte auch klar sein, dass es auch in einer solchen Produktion nicht möglich ist, auf dritt- oder viertklassige
Sprecher zurückzugreifen, da diese nicht in der Lage sind, eine solche Produktion zu bewältigen. Diese Angst ist also
unbegründet. Wir sollten weiterhin den Mut haben, zusammen zu stehen und Solidarität zu beweisen, denn es funktioniert ja,
wie wir sehen! Verschneite Grüße aus München! |
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| Bewegung in den Gagen | ||
![]() Treffen gab es viele in den letzten Wochen und von jedem einzelnen ausführlich zu berichten würde den Rahmen dieser "Weihnachtsnotausgabe" einfach sprengen. Vertreter des IVS und des BVDSP saßen zwei Mal am Tisch, hiervon darf man sich am meisten versprechen, allerdings wird im Moment noch um die Formulierung der gefundenen Übereinstimmungen gerungen. Es ging um das Manifestieren einer einheitlichen Grundgage, am Ende wird es aber wohl aufgrund von innerverbandlichen Problemen | beim BVDSP dort nur Gagenempfehlung heissen und nicht bindende Mindestgage. Da sich aber alle Mitglieder dem Credo oder auch der Festlegung von Produktionsrahmenbedingungen freiwillig angeschlossen haben, (Link) ist auch davon auszugehen, dass die Gagenempfehlung am Ende von allen umgesetzt wird. Nichteinhaltungen sollten dann dem Vorstand des BVDSP direkt gemeldet werden, damit nicht die Schauspieler als Einzelkämpfer am Ende dafür streiten und gegebenenfalls Repressalien erdulden müssen. Auch die jungen Frauen haben sich getroffen und, das muss hier ausdrücklich erwähnt werden, haben sich am couragiertesten gezeigt. Auch die eigentlich stärkste Fraktion, die jungen Männer , die "jungen Löwen", haben sich am Ende entschlossen zu handeln. | Die Serengeti erzittert aber nicht aufgrund ihres Brüllens.
Dann trafen sich noch die Autoren und Regisseure und diskutierten neue Ansätze sowie die mittelalten Männer
- nein, das ist kein Witz! Derzeit finden sich die unterschiedlichsten Namensgebungen, damit sich die betreffenden "einsortieren"
können. Nur die Grauen Stimmbänder und Babybrabbler sind noch nicht am Horizont aufgetaucht. Man darf gespannt sein,
wie sich die Dinge weiter entwickeln...![]() |
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| Prost Neuwahl...äh, Neujahr!? | ||
| Schon komisch: Vor ein paar Monaten ist unsere geplante gemeinsame Gagen-Forderung baden gegangen, bevor der Spaß richtig angefangen hatte. Wie es zu diesem Scheitern kam, verliert sich schon jetzt im Dunkel der Vergangenheit oder fiel partieller Amnesie zum Opfer .... Und nun sind – in verschiedenen Gruppen - trotzdem neue Gagenforderungen in der Diskussion bzw. schon bei den Firmen gelandet. Klar: Was zählt, ist der Erfolg, also eine spürbare finanzielle Verbesserung für möglichst viele KollegInnen. Aber das Scheitern einer Gagen-Offensive (als Verbandsmaßnahme) hat unsere Organisation geschwächt. Denn die "Lehre" aus dieser Geschichte | heißt ja: Gemeinsam sind wir nicht stärker – und erfolgreicher sind wir als EinzelkämpferInnen (oder als "Teil-Gruppe") !? Auch komisch (aber nicht lustig): Der Vorstand ist zurückgetreten und hat uns seine Gründe dafür mitgeteilt. Wie viele von denen, die die Vorstandsarbeit kritisiert haben, werden zur Stelle sein, d.h. auf der Kandidaten-Liste, wenn es zur Neuwahl kommt? Momentan habe ich nicht den Eindruck, dass das den Mitgliedern schlaflose Nächte bereitet. Aber vielleicht habe ich auch nur die diesbezüglichen Gespräche auf den Fluren verpasst... Ganz ohne Ironie: Wie haben mit dem IVS viele Chancen. | Mit einem starken aber auf alle Fälle bessere als mit einem schwachen. Und nur ein Vorstand mit dem
verläßlichen Rückhalt der Mitglieder hat in den diversen anstehenden Verhandlungen gute Karten. Rückhalt
soll sicherlich nicht bedeuten, dass Kritik verboten ist – nur der "Harmonie" wegen. Aber ohne Geschlossenheit, Solidarität
und Vertrauen werden wir 2008 vielleicht immer noch viele sein, aber wenig erreichen. Worauf sollen wir also an Silvester
anstoßen? Schreibt es auf und/oder macht ein Handy-Foto davon! Prost Neujahr & alles Gute! Stefan Krause |
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| W A N T E D!!! | ||
| "CSI Berlin" (The band formerly known as the WONDERBOYZZ) sucht als Verstärkung für die Band einen engagierten (Rhythmus-) Gitaristin/en (gern auch mit Gesangstalent) ! Wir spielen alles, was uns gefällt (Rock / Pop / Soul / Jazz), sind hoch motiviert und Proben 1 X wöchentlich. | Alle weiteren Fragen nach intimen Details beantwortet diskret Stefan Krause unter (030) 691 48 79 !!! | ![]() |