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| Einladung zur 2. Ordentlichen Mitglieder- & Wahlversammlung | ||
| Am 26.04.08, von 11.00 bis voraussichtlich 16.00 Uhr. Ort: Kinosaal der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf", Marlene–Dietrich–Allee 11 in
Potsdam–Babelsberg. Tagesordnung 1. Abstimmung zu Satzungs- änderungen und Anträgen (der verschobenen und bereits bekannten) zur Tagesordnung 2. Geschäfts - und Finanzbericht über den Zeitraum 01.01.07 bis 31.12.07 | 3. Vorliegende Wortmeldungen der Mitglieder zum Geschäfts- und Finanzbericht 4. Entlastung des Vorstandes zum Geschäftsjahr 2007 5. Kandidatenvorstellung: Peter Reinhardt, Berlin Niko Macoulis wird am 24.04. in München vorgestellt 6. Wahl des Vorstandes für 2008 bis 2010 und der Kassenprüfer für das anstehende Geschäftsjahr | Pause 7. Bekanntgabe der Aufteilung der Arbeit im Vorstand 8. Arbeits- und Finanzplan zum Geschäftsjahr 2008 9. Vorschläge und Beschluss- fassung zum Arbeits- und Finanzplan 2008 Berlin, 27. März 2008 Der Vorstand |
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| Rede von Rainer Brandt auf der Verleihung des Deutschen Synchronpreises am 03. April 2008 | ||
![]() Ich soll mich kurz fassen – kürzer als kurz! – Befehl der Veranstaltungsleitung! – Also habe ich aus meinem Manuskript die Seiten 2-21 gestrichen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Dies ist ja nun mal eine Synchronveranstaltung und wenn hier und heute nicht über die Nöte und Erfordernisse der Branche gesprochen wird - wo und wann dann? – Ich darf ja nicht lange reden, aber streifen darf ich das Thema, denn es soll ja dem Zuschauer näher gebracht werden und durch das immer größere Interesse der Medien sind unsere Praktiken auch dem Publikum inzwischen nicht mehr so fremd. Dass der Zuschauer hier und da schon mündig geworden ist und mitreden kann, wenn es um Synchronisationen geht, beweist die Tatsache, dass kürzlich ein Sender eine Serie aus dem Programm nehmen musste, weil sie, wie es heißt, "beeindruckend schlecht synchronisiert war." – Dieser Sender wird seine "Sparerfolge" bei einer nächsten deutschen Bearbeitung sicher überdenken! Wie kommt es nun zu einem solchen Totalflop? Die Erklärung ist relativ einfach. Viele der kleineren Auftraggeber spielen die Synchronfirmen gegen- einander aus! "Wenn Du nicht | willst, dann macht’s ein anderer!" Und die "anderen" warten schon! In Zweierreihen! Dass diese "anderen" ihren Einstieg nur über einen meist katastrophalen Dumpingpreis ermöglichen können, ist die logische, aber unrühmliche Folge. Und da sind wir verwundbar! – Erschwerend kommt jetzt noch dazu, dass die Sprecher ihre Gagen angehoben haben, was bedeutet, den "schwarzen Peter" haben als schwächstes Glied im gesamten Produktions-Ablauf, die Synchronproduzenten, denn die nun höheren Unkosten lassen sich so gut wie gar nicht weitergeben. Es gibt nur verschwindend wenig Auftraggeber, die sich an den Mehrkosten beteiligen. Aber immerhin, einige gibt es wenigstens! Dazu kommt der überaus große … ich nenne es mal "Respekt" vor den Großverleihern. Wenn man da mal Kostenerhöhungen ins Gespräch bringt, setzt es meist Backpfeifen! Wenn du nicht willst, dann… Jede Firma hat mal an der Dumping-Preis-Schraube mit gedreht, Und leider ist es – ähnlich der Öl- und Gaspreis- entwicklung – auch im Synchrongewerbe, nur umge- kehrt! Ist der Öl- und Gaspreis wieder mal erhöht worden, bleibt er oben! Im Synchron: mal unterboten, bleibt er unten! Und so was frisst die Qualität! Der amerikanische Mitarbeiter eines amerikanischen Verleihs sagte mir kürzlich: Die Arroganz "einiger" in den Staaten Synchronisationen gegenüber ist schon erschreckend. Sicher, es gibt Ausnahmen, die wissen, wie wichtig eine gute Synchron-Bearbeitung ist. Aber das ist nicht die Regel. Jeder Dollar, der für die PR draufgeht, ist allemal wichtiger, als auch nur die kleinste Summe, die evtl. für das Gelingen einer Spitzensynchronisation an Mehrkosten anfallen würde. Synchron? Eine Afterkunst! Nicht erwähnenswert! Beispiel: Als anlässlich der "Verleihung der goldenen Kamera" der so beliebte Schauspieler ROBERT DE NIRO für sein Lebenswerk ausgezeichnet und gefeiert | wurde, ist sein deutscher Sprecher mit keiner Silbe erwähnt worden. DE NIRO ist DE NIRO! Sicher. Und der wird mit Recht gefeiert! Aber DE NIRO ohne
BRÜCKNER wäre in Deutschland nicht denkbar! Würde der brillante DE NIRO bei uns unsynchronisiert im Original laufen, würden nicht mal 10% der Zuschauer seinetwegen ins Kino gehen!
Filme und TV-Serien ausländischer Herkunft sind hier ein sehr großer Wirtschaftsfaktor, das darf man nicht außer Acht lassen, der bei uns aber erst durch eine "Eindeutschung" möglich wird. –
Alle im BUNDESVERBAND DER DEUTSCHEN SYNCHRONPRO- DUZENTEN zusammengeführten Firmen können so gute Synchronisationen herstellen, dass der Zuschauer vordergründig nicht merkt, dass dieser Streifen
überhaupt synchronisiert worden ist. Wenn für alle Auftraggeber wieder die Qualität und nicht der Preis von Wichtigkeit sind, wenn sich also in dieser normalerweise kongenialen Symbiose zwischen den Majors und den
Synchron-Studios eine positivere Entwicklung für die Zukunft abzeichnen würde, wäre wahrscheinlich allen geholfen und letztendlich käme das dem Film selbst auch zu Gute! – Mein Wunsch und meine große Hoffnung:
REDET MITEINANDER! – Es kann nur Gutes dabei rauskommen. Da ich ein positiver Mensch bin, glaube ich – trotz allem – an eine positive Zukunft auch im Synchrongewerbe.
In diesem Sinne möchte ich meine kleine Rede beenden – und ich möchte mich bei der Gelegenheit, in meiner Eigenschaft als Präsident der Jury, verabschieden. Ich habe das jetzt sieben Jahre gemacht und
nun sollen mal andere ran. Es war oft sehr zeitintensiv, mitunter recht mühevoll, aber es hat auch viel Freude gemacht. Ich danke allen Jury-Mitgliedern für ihre tatkräftige Mitarbeit und Ihnen, meinen Damen
und Herren für ihr Vertrauen, dass Sie mir in all den Jahren entgegengebracht haben. Das war’s. Ich wünsche noch einen schönen Abend… Ich danke Ihnen. |
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| Man Of The Year - Eine Filmkritik | ||
| (Unter www.filmstarts.de ist der komplette Artikel zu finden) Es gibt Namenskombinationen, die rufen tolle Assoziationen wach. Dazu gehört die Paarung "Robin Williams/Barry Levinson" ohne Frage, haben die beiden doch u. a. bei dem legendären "Good Morning, Vietnam!" Großes geleistet. Wenn man dann noch den Rest der Besetzungsliste auf sich wirken lässt (z. B. Christopher Walken, Jeff Goldblum), dann laufen einem sogar freudige Schauer über den Rücken. Doch bei der Betrachtung der Polit-Komödie "Man Of The Year" muss man sich dann eingestehen, dass man sich zu früh gefreut hat: Eine wenig durchdachte, dazu noch vorhersehbare Geschichte mit netten, aber spärlichen Pointen mindert das Vergnügen. | Und die völlig unzumutbare Synchronisation gibt dem Ganzen dann den Rest… Unterm Strich ist der Film also recht gut konsumierbar, auch wenn er bei Weitem nicht an die Qualität vorangegangener Williams und/oder Levinson-Klassiker heranreicht. Leider wird einem der verbliebene Spaß am Ganzen durch die völlig unterirdische deutsche Synchronisation verdorben. Die Hauptcharaktere haben nicht ihre Original-Synchronstimmen, bei einer Vielzahl der Nebendarsteller ist sogar hörbar auf akzentbehaftete Nicht- Muttersprachler zurückgegriffen worden (!). Der Film klingt wie ein nächtlicher Dauerwerbespot auf einem Spartensender, in dem für Bauch-Weg-Gürtel | geworben wird. Es bleibt zu hoffen, dass dem Film irgendwann eine angemessene
Neusynchronisation zuteil wird, denn so ist der Film nur mit der Originaltonspur zu genießen. In Deutsch ist er schlicht unerträglich.![]() |
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| Die Rede, die ich auf den Vollversammlungen am 24. und 26. April aus Zeitgründen nicht halten werde | ||
| von Florian Krüger-Shantin Seit zwei Jahren rede und schreibe ich von der Not- wendigkeit, weniger sozial- romantisch und verbrüderungsgeil und dafür realistischer und ehrlicher miteinander umzugehen. Nicht nur wir mit den Produzenten, sondern vor allem untereinander . Zur Ehrlichkeit unter uns sollte auch gehören, es nicht nur den Firmen in die Schuhe zu schieben, dass Aktivisten des IVS deutlich weniger bis gar nichts mehr zu tun haben. Das liegt sehr viel mehr daran, wie die Aktivisten des IVS von den "eigenen" Leuten gegenüber den Firmen/Auftraggebern bewertet oder vielmehr abgewertet werden und es hat mit Besetzungen zu tun. Kein einziger Firmenchef würde sich die Blöße geben, seinen Aufnahmeleitern oder Regisseuren zu sagen (und anschließend auch noch offen dazu zu stehen): "Der Reinhardt, der Hemmo, der Müller, der Shantin, der Böll und die Wilcke, die Reitzenstein und der Pan – das sind die IVS-ler, die mir nicht ins Haus kommen!" Klar, er will sie vielleicht nicht in seiner Firma sehen und redet sich möglicherweise auf die zu hohen Gagen hinaus, aber dafür , dass diese Kollegen weniger oder gar nicht mehr ins Haus kommen, braucht er Erfüllungsgehilfen. Die sich auf Gagendiskussionen einlassen und keine Qualitätsdiskussionen führen wollen oder können. Dass in 99 % der Fälle, in denen zwischen einem richtig guten und einem billigeren Kollegen entschieden werden soll, der billigere gewinnt, ist akzeptierte Tatsache. Qualität ist subjektiv oder wird von vornherein nach Sendeplatz definiert. Keiner schreit mehr auf, keiner kämpft, keiner hängt solche Fälle an die große Glocke. Die Geldgeber entscheiden, nicht die Künstler oder Könner oder Regiestuhlbesetzer – die haben im Schlepptau der Synchronproduzenten deren unternehmerische Standpunkte übernommen und sind zu Aktivisten der Selbstzerstörung der Synchronszene geworden, weil sie "billig und nicht so gut" vor "teurer, aber besser" akzeptieren. Und weil sie auch den Kollegen "richtig gut und richtig billig", der keine Gagenanpassung mitmacht und 16 Stunden am Tag durch die Ateliers hetzt, für die 17te Stunde noch besetzen. Qualität hat überall auf der Welt ihren Preis und für den Preisverfall im Synchron kann die Globalisierung, wie sonst in der Gesellschaft, als Argument nun wirklich nicht herhalten. Ohne den nicht verhandelbaren Qualitätsanspruch auch für Massenprodukte wie Soaps oder Manga-Serien oder für C-Filme wird Synchronarbeit (Buch, Regie, sprechen) als künstlerische Tätigkeit bald auch für die sogenannten Wichtig- Produktionen überflüssig sein. Der Trend ist bereits erkennbar. Und in der Folge dessen wird der Künstler , der ausgebildete Schauspieler , der im Theater oder Film geschulte Regisseur im Synchron zur aussterbenden Randerscheinung. Die Szene wird von Leuten übernommen und beherrscht, für die Qualität das ist, was in den wirtschaftlichen Rahmen der Firma passt und was der Kunde abnimmt. Und wenn in einigen Jahren jeder, der halbwegs fehlerfrei sprechen | kann, ins Synchronatelier darf und nach sechs Monaten bereits seine eigenen "Dialogbücher" aufnimmt und sich fragt, was an diesem Job eigentlich so
schwer sein soll, haben wir alle das mit zu verantworten. Jeder, der zu Dumpinggagen arbeitet und dann noch lange auf sein Geld wartet, jeder, der schlechte Bücher einfach aufsagt oder, noch schlimmer, im Atelier verbessert,
jeder, der sich schlechter Regie nicht widersetzt, jeder, der sich nicht weigert, neben berufsfremden Amateuren zu stehen, die nur anwesend sind, weil sie billig oder prominent sind, jeder, der als Regisseur im Atelier mit
billigen oder viel zu hoch bezahlten, aber prominenten Amateuren "arbeitet" oder das schnell hingeklierte Dialogbuch des Kumpels aufnimmt, jeder, der damit prahlt, in 3 Stunden 150 Takes zu sprechen, jeder, der damit prahlt,
eine 20-min-Folge in 25 Minuten checken zu können ... die Liste ist nicht vollständig. Das alles kann man, je nach Ausgangslage oder Standpunkt, gut finden oder bedauern. So zu tun, als wäre es nicht so, ist heuchlerisch.
Der IVS ist jeder Einzelne von uns. Ich habe das mehrfach auf Vollversammlungen gesagt und in der Mailingliste und im Forum geschrieben. Ich habe bis heute nicht den Eindruck, dass dieser Gedanke in den Köpfen aller Mitglieder
Fuß gefasst und ihr Verhalten jenseits der rein persönlichen Interessen beeinflusst hätte. Zwischen denen, deren Bereitschaft zur Mitarbeit im IVS sich auf gelegentliche, vor allem kritische Äußerungen beschränkt und denen, die sich
gar nicht äußern, besteht in der Wirkung kein Unterschied. Sie lassen andere machen, sie halten sich raus. Sie geben vor, nicht ausreichend informiert zu sein, keine Zeit zu haben, keine Veranlagungen "... dafür ..."
zu besitzen und was der Argumente mehr sind. Das wäre alles zu akzeptieren, wenn die grundsätzliche Haltung klar wäre: Die Interessen der Synchronschauspieler vertritt der IVS und das können nun mal nicht die gleichen wie die
des Synchronproduzenten im oder außerhalb des BVDSP sein. Aber es gibt durchaus Gemeinsamkeiten zwischen Schauspieler und Produzent und vor allem ein beidseitiges Überlebensinteresse. Wenn diese grundsätzliche Überzeu- gung nicht nur auf
Voll- versammlungen marktschreie- risch vertreten, sondern auch bei existenziellen Abstimmungen beibehalten und im anschließenden Alltag nicht umgeworfen werden würde, wären wir längst viel weiter. Verlässliche Einigkeit im IVS ist
übrigens auch ein Wunschtraum der meisten Firmen im BVDSP. Wir könnten die Firmen unterstützen, indem wir gemeinsam mit ihnen den Konkurrenzkampf der Qualität statt den des Dumpings wiederbeleben und diesen gegen die Auftraggeber ausfechten.
Auch die Firmen sollen und müssen viel mehr Geld verdienen, mit nur einer Einschränkung: nicht auf unsere Kosten. Wirkliche Gemeinsamkeit mit den oder zumindest erst mal einigen Synchronproduzenten | wäre eine Revolution und keine Revolution
läuft ohne Opfer ab. In unserem Falle wäre das die Anerkenntnis, dass selbst längstjährige Zugehörigkeit zur Synchronszene keine Qualitäts- garantie ist. Das Gagenniveau ist allgemein zu niedrig, das ist unbestritten. Aber aus
unternehmerischer Sicht muss ich für mein Geld den entsprechenden Gegenwert bekommen und wenn der Qualitätsanspruch das erste Besetzungskriterium ist, dürften einige unserer Mitglieder aus dem Bereich "Rollensprecher" eher
zum Bereich "Ensemble" gehören, weil sie dort wirklich gut und nicht zweite (billige) Wahl sind. Und einige unserer Ensemblesprecher müssten sich mit dem Gedanken abfinden, dass ihre Qualität nicht ausreicht und sie sich
nicht wesentlich von den schnell angelernten Neusprechern unterscheiden. Praxis allein ersetzt nicht alles, was man in einem vierjährigen Schauspiel- oder Regiestudium mit anschließenden Engagements lernen kann und vermittelt vor
allem wenig vom für den Qualitätsanspruch so wichtigen Berufsethos. Die nicht neue Idee, Nachwuchs und bereits in der Szene tätige Kollegen weiterzubilden, zu qualifizieren oder aber tatsächlich in einen anderen Beruf zu empfehlen, unterstützt
den Qualitätsgedanken. Ebenso wie die in den Credo-Gesprächen mit dem BVDSP geäußerte Absicht der Produzenten, nur ausgebildete Schauspieler als Nachwuchs zu akzeptieren. Eine Vision, die hoffentlich nicht nur meine ist oder bleibt: Mitgliedschaft im IVS ist gleichbedeutend mit einem kompromissarmen Qualitätsanspruch für Buch, Regie und Schauspiel. Wir suchen Firmen, die als Partner des IVS diesen Qualitätsanspruch gegenüber Auftraggebern als Argument für die höhere Kalkulation benutzen und, gemeinsam mit uns, projektbezogen eine Untergrenze definieren, unter der Gagen für Buch/Regie/Schauspieler nicht liegen können. IVS-Mitglieder arbeiten nicht unter den der Kalkulation zugrunde liegenden Gagen und nicht für Firmen, die sich durch Nichteinhaltung der Rahmenproduktionsbedingungen oder durch sozialversiche- rungsrechtliche Manipulationen wirtschaftliche Vorteile verschaffen wollen. Wir können die Gesetze des freien Marktes nicht neu schreiben oder für die Synchronszene umdefinieren, aber wir können dafür sorgen, dass wie überall auf dem freien Markt die Qualität den Preis bestimmt. Und dass alle Firmen, die sich um einen Auftrag bemühen, zumindest im Bereich Künstlergagen die gleiche Ausgangssituation haben. Wenn wir alle und auch die Produzenten begreifen, dass nur die Umsetzung des Qualitätsanspruches dazu führt, den Wert unserer gemeinsamen Arbeit zu steigern und dass wir alle damit sehr viel mehr verdienen können, als das heute der Fall ist und dass außerdem nur mit der entsprechenden Qualität unsere Arbeit langfristig dem Publikum unverzichtbar bleibt, ist der Schritt zur Umsetzung nicht besonders groß. Voraussetzt, jeder geht ihn. Jeder von uns. |
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| Die lange erwartete Zusammenkunft zwischen DRV-B, Prüfdiensten, BVDSP und IVS | ||
| ... fand am 10. April zwischen 10:30 und 13:00 Uhr in den Räumen der DRV-B statt. Zum Ergebnis ist folgendes zu sagen: Die DRV-B teilt die IVS- Auffassung hinsichtlich der Anwendung des 16-Fälle-Modells und insbe- sondere der Rahmenver- einbarung, was heißt, dass bei Rahmenvereinbarungen (Per- sonengruppe 101) Durchver- sicherungen und damit Anwartschaftszeiten für ALG 1 entstehen. Die DRV-B sieht den Terminus "Rahmenvereinbarung" übrigens nicht auf die Besetzung in einer Serie beschränkt, sondern hat deutlich gemacht, dass Durchversicherung auch dann zu erfolgen hat, wenn in vorausschauender Betrachtungs- weise davon auszugehen ist, dass bei einem Projekt der Synchronschauspieler häufiger als nur einen Tag im Kalendermonat zum Einsatz kommen wird. Von den Synchronproduzenten wurde übereinstimmend geäußert, dass die Rückkehr zur grundsätzlichen Unständigkeit der Ausweg aus dem Irrgarten der ständigen Fehlinterpretationen des Prüfungsschemas wäre. Die DRV machte klar, dass es eine | diesem Ziel dienende Anweisung nicht geben würde. Das Prüfungsschema und das 16-Fälle-Modell lassen genug Spielraum, um zu einer für BVDSP und IVS befriedigenden Lösung zu kommen, die dann von den Prüfdiensten auch nicht in Frage gestellt werden würde. Bis zu einem gegenteilig lautenden Urteil des Bundessozialgerichtes bleibt das Prüfungsschema in Kraft und eine Modifizierung (z. B. der 50-Tage-Regelung in den Rundschreiben der Spitzenverbände) wurde nur für den Fall in Aussicht gestellt, dass beide Verbände gemeinsam den diesbezüglichen Wunsch vortragen, untermauert mit Argumenten aus der Praxis. Die seit Dezember 2006 unkorrekt gestalteten Versicherungsverläufe sollten, so der Wunsch der DRV, zuerst einmal im Dialog zwischen Firma und Schauspieler aufgearbeitet werden. Es gibt, wie in den meisten Fällen im Leben, verschiedene Wege und wir haben in Absprache mit unserem Anwalt für Sozialrechtsfragen schon Vorschläge erarbeitet, die | wir in Kürze, wahrscheinlich zur
Vollversammlung, allen betrof- fenen Kollegen unterbreiten werden. Betroffene sind alle, die in Serien (oder in Filmen mehrere Tage) gesprochen haben. Der Hauptgrund dafür, den Verband IVS ins Leben zu rufen, war
das sozialversicherungsrechtliche Chaos nach den Rundschreiben der Spitzenverbände der Sozialversicherer im Jahre 2005. Nach zwei Jahren harter Arbeit sind wir am Ziel - gegen alle Unkenrufe und Verhinderungs- taktiken
und trotz aller Fragen, wozu dieser Verband eigentlich gut sei und was da überhaupt gemacht würde. Den Kollegen, die uns (und damit sich selbst) unterstützt haben und ausdrücklich auch den Synchronproduzenten, die
sich konstruktiv an der Lösung der Probleme beteiligt haben, einen herzlichen Dank. Im bevorstehenden Dialog mit dem BVDSP warten wir nun darauf, den neuen Vorstand kennen zu lernen und die Arbeit aufzunehmen. Peter Reinhardt Hans-Georg Panczak Florian Krüger-Shantin |
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| Niko Macoulis stellt sich vor | ||
![]() Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich heiße Niko Macoulis und stelle mich Euch mal vor. Ich lebe in München und arbeite hauptberuflich als Synchronschauspieler. Ich spreche in Ensembles, sowie kleine und große Rollen. Die Sprecherei macht mir Spaß. Erstmals im Jahre 1968, als Achtjähriger, durfte ich im Münchner Aventinstudio mich selbst nachsynchronisieren - es wehte zu viel Wind bei den Aussenaufnahmen für den ZDF-Fernsehfilm "Die Katze". Ich hab als Kind und Jugendlicher auch geschauspielert... nicht zu knapp! Aber das ist eine andere Geschichte. In den 80igern hab | ich einige Jahre was anderes gemacht und seit Ende der 80iger bin ich wieder in unserer Branche beschäftigt. In den IVS bin ich im März 2007 eingetreten wie die meisten meiner Münchner KollegInnen. Warum? Ganz einfach: mein Leidensdruck war zu groß geworden - immer mehr Synchronfirmen fingen ab Ende 2006 an, mich "selbständig" abzurechnen. In den ersten Monaten 2007 ist mir das nicht sonderlich aufgefallen, doch schließlich beim Aufräumen meiner Gagenzettelwirtschaft bemerkte ich, dass immer weniger bis gar nicht Rente und Krankenversicherung abgeführt werden. Für jemand wie mich war das alarmierend, wurde ich doch stets "unständig" abgerechnet und das war gut so... Ich war entschlossen, das nicht ohne weiteres hinzunehmen, aber ganz alleine was dagegen zu machen reibt auf. Ich denke, jetzt ist Euch klar, warum ich dem IVS beigetreten bin! Gut, aber zunächst erstmal wollte ich für mich (!) wissen, was | überhaupt Sache ist - ob es Gesetze usw. gibt, die mir Recht geben. Also ging ich in die Bibliotheken zum Recherchieren und Kopieren, rief u.a. die Rentenversicherung an, um Antworten auf meine
Fragen zu erhalten. Und ich bekam sie: mündlich und schriftlich! Gerade als mir dämmerte, dass ich im Recht bin und ich merkte, es könne doch nicht nur mir alleine so gehen, stiess ich glücklicherweise auf Gleichgesinnte
unter meinen KollegInnen, die auch was machen wollen. Zunächst arbeiteten wir als AG (Arbeitsgemeinschaft) Status und Soziales für die "Münchner Synchroniker" und ein paar von uns sind mittlerweile auch engagiert im
FA (Fachausschuss) Soziales für den IVS. Mit Erfolg. Ihr wisst, neuerdings stellen die Münchner durch Wahl den zweiten Vorsitzenden des IVS und da es gerade niemand sonst machen wollte, hab ich mich beworben - so.
Da bin ich. Grüße, Euer Niko Macoulis |
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| Synchronisation in Hannover | ||
| Uns liegen Informationen vor, dass in einem Synchronstudio in Hannover Kollegen aus Hamburg und Berlin zu niedrigen Stundenpauschalen arbeiten. Daraufhin haben wir mit Herrn Meyer von der "Atelier Musik und Synchron GmbH" in Hannover gesprochen. Nach seiner Auskunft ist die "Atelier Musik und Synchron GmbH" ein kleiner Familienbetrieb. Herr Meyer arbeitet in der Regel alles in Personalunion ab: er führt Regie, macht den Ton und achtet dabei auf den Schnitt, da er das alles selber könne. Zu den Stundenpauschalen befragt meinte er, es hätte ja schon immer Tages- und auch Halbta- gespauschalen gegeben, sowohl | in Hamburg als auch in Berlin. Die genaue Höhe der Stundenpauschalen könne er uns nicht mitteilen. Sie werden individuell ausgehandelt und hängen mit dem Standing des Sprechers zusammen. Laut unseren Informationen liegen diese Pauschalen zwischen höchstens 70.- € bis sogar nur 30.- € pro Stunde. Die Abrechnungsweise über Stundenpauschalen habe sich so ergeben und funktioniere, außerdem könne er nicht alle Takes allein zählen und er könne sich auch nicht darauf verlassen, dass die 45 Leute einer Produktion ihre Takes richtig zählen. Diese Praxis ist unseres | Erachtens höchst unprofessionell und wir möchten dringend unseren Kolleginnen und Kollegen davon abraten, sich darauf einzulassen, unter solchen Bedingungen zu arbeiten. Synchron-Aufnahmen ohne Tonmeister und Cutterin widersprechen nicht nur den Produktionsrahmenbedingungen des BVDSP, auch und gerade die Abrechnungsweise erscheint in höchsten Grade zum Nachteil der Sprecher. Damit wird dem Dumping und dem weiteren Verfall von Qualität in der Synchronisation Vorschub geleistet. |